
Antigua
Jasmin
Travel Bloggerin
Nächster Stop: Antigua Antigua bekommt einen eigenen Blogbeitrag, da ich fast 1 1/2 Wochen hier verbracht habe. Die Stadt hat mir sehr gut gefallen und war eine gute Mischung aus Erlebnissen und Entspannung. Lies hier mehr darüber, was ich in Antigua erlebt habe.
Drei Stunden ging es mit dem Bus von San Marcos la Laguna nach Antigua. Eine sehr kurvenreiche Fahrt und sicher nicht für jeden Magen angenehm. Antigua wird nun für etwas mehr als eine Woche mein zu Hause sein, am Montag beginnt für mich eine Woche Spanischunterricht. Dafür werde ich von Sonntag bis Sonntag in einer Gastfamilie leben, mein eigenes kleines Zimmer haben und in der Woche voll verpflegt. Da ich aber bereits Samstagabend ankam, schlief ich die erste Nacht im Hostel. Von der Dachterasse aus hatte man einen wunderbaren Blick auf die Vulkane Acatenango und Fuego. Fuego ist auch heute noch aktiv und man kann vom Dach beobachten, wie er Rauch spuckt.

Antigua ist die ehemalige Hauptstadt Guatemalas. 1773 gab es ein schweres Erdbeben, was dazu führte, dass die Hauptstadt verlegt wurde und Guatemala City seitdem die Hauptstadt ist. Seit 1979 ist Antigua UNESCO Weltkulturerbe. Die ehemalige spanische Kolonialstadt ist umgeben von dem Vulkan Agua und den bereits genannten Vulkanen Acatenango und Fuego. Nicht weit von Antigua gibt es einen weiteren aktiven Vulkan: Pacaya. Hier kann man etwa zwei Stunden wandern und wenn man Glück hat (oder Pech, wie man es sieht), läuft man direkt neben Lava. Derzeit sind die Lavafelder erstarrt und ich habe die Wanderung nicht gemacht. Vielleicht irgendwann in der Zukunft, wenn er wieder etwas aktiver ist.
Die Stadt ist wunderbar zu Fuß zu erkunden und mit dem umherschlendern ist man recht zügig durch. Einer meiner Lieblingsorte der Stadt ist der Parque Central. Er ist wunderbar grün, es ist viel los, es werden Souvenirs verkauft, es ist aber niemand aufdringlich. Es ist sehr angenehm, hier auf einer Bank zu sitzen und den Trubel zu beobachten.





Montag früh ging dann der Unterricht los. Ich wurde 1 zu 1 unterrichtet und habe unterschätzt, wie anstrengend es ist, nach drei Wochen Input im Yoga Teacher Training direkt wieder zu lernen. Ich verstehe recht viel, das Sprechen möchte ich verbessern. Nach vier Stunden Spanisch reden und viel überlegen, wie man Wörter beschreibt, die man nicht kennt und nach Grammatikunterricht rauchte mir der Kopf. Ab Mittwoch merkte ich aber, dass es mir immer leichter fiel und das hielt zum Glück bis Freitag an. Die Schule bot ein paar Nachmittagsaktivitäten an, an denen ich teilnahm: Am Montag gab es einen Salsa Kurs, das hat sehr viel Spaß gemacht. Es war zwar zwischendurch sehr schnell, aber alle haben viel gelacht und wir haben in dieser Stunde viel gelernt. Dienstag ging es zum Cerro de La Cruz, einem Aussichtspunkt. Am Donnerstag erfuhren wir etwas über Maya Hochzeiten. Es ist sehr beeindruckend, wie die Kleidung für die Hochzeit über Monate per Hand gewebt wird.

Am Mittwoch traf ich ein paar der Mädels aus dem Yoga Teacher Training wieder und wir besuchten das Museum "Munag". Eine riesen Empfehlung und der Eintritt ist kostenlos! Wir haben etwa zwei Stunden dort verbracht. Meinen Samstag habe ich in anderen Museen verbracht. Das "Centro de Formación" war kostenlos, es gab aber auch nicht wirklich viel zu sehen. Das Museo Iglesia San Agustin kostete 40 Quetzales für Reisende (20 für Studenten). Es war nicht riesig, hat sich meiner Meinung nach aber gelohnt. Die Kirche wurde bei dem Erdbeben im 18. Jahrhundert zerstört. Überreste sind ausgestellt und ein Teil wurde restauriert. Wenn man Zeit hat, kann man hier auf jeden Fall vorbeischauen.





Am Sonntag kam dann aber mein großes Highlight. Eine Woche war ich aufgeregt und auch etwas nervös: Die Wanderung auf den Acatenango Vulkan! Ich habe gehört und gelesen, wie anstrengend und teils steil es sein soll und was soll ich sagen? Es war anstrengend und teils sehr steil. Das schlimmste für mich war aber der schwere Rucksack. Als wir starteten hatten wir um die 20 Grad, oben sollten wir dann -1 Grad haben. Ich schleppte also mehrere Lagen an Jacken und Hosen (hoch lebe der Zwiebellook), genug Wasser für die 1 1/2 Tage, zwei Dosen mit Mahlzeiten und meine Kamera. Dazu mietete ich einen Rucksack, damit ich nicht meinen großen Rucksack tragen muss. Der gemietete Rucksack war jedoch nicht wirklich gut gepolstert und schon nach etwa 15 Minuten taten mir die Schultern unglaublich doll weh. Insgesamt sollten wir aber etwa 5-6 Stunden unterwegs sein. Der Guide nahm mir den Rucksack für 10 Minuten ab und der Aufstieg war direkt sehr viel einfacher. Er bot mir an, ihn gegen Bezahlung nach oben zu tragen, aber das konnte ich nicht mit mir vereinbaren, er hatte schließlich auch noch seinen eigenen Rucksack (die Schmerzen ließen mich aber kurz darüber nachdenken). Also biss ich mich durch und ich hab es geschafft. Ich bin in meinem eigenen Tempo gewandert und konnte so die Natur um mich bewundern.




Die meiste Zeit ging es durch den Dschungel und die Guides erzählten uns, dass Panther in dem Gebiet leben, bei so vielen Menschen aber nicht rauskommen. Es war wirklich herrlich grün. Als wir dann im Base Camp des Acatenango auf etwa 3700 Meter Höhe ankamen, hatten wir den besten Blick auf den Vulkan Fuego, der für uns fleißig Rauch spuckte. Für einen Teil der Gruppe ging es dann noch auf eine etwa vier Stunden Wanderung zum Fuego, ich ruhte mich aber etwas aus und genoss den Ausblick. Wir blieben nur zu zweit im Camp mit einem unserer Guides und liefen Abends noch zu einem Aussichtspunkt, um den Sonnenuntergang zu sehen.


Es war schon überwältigend, über den Wolken zu stehen, während langsam die Sonne untergeht und vor mir ein Vulkan ausbricht. Und als es dann anfing zu dämmern, sahen wir sie endlich: Lava! Das zum ersten Mal zu sehen, ist nicht in Worte zu fassen. Es gab mehrere Eruptionen, einige klein und einige ziemlich groß. Im dunkeln machten wir uns dann auf, zurück zum Basecamp. Da gab es ein Lagerfeuer und, als die anderen nach 5 Stunden zurück kamen, Abendessen. Wir saßen eine Weile zusammen und beobachteten den Vulkan, bevor es in unsere kleinen Hütten ins Bett ging. Ein Teil der Gruppe stand um 4 Uhr auf, um den Gipfel zum Sonnenaufgang zu erreichen. 300m, aber 1 1/2 Stunden steil bergauf, sandig und voller Schotter, man geht zwei Schritte und rutscht einen wieder runter. Ich schlief eine Stunde länger und schaute mir die letzten Eruptionen im dunkeln, wo man die Lava noch wunderbar sehen konnte und dann den Sonnenaufgang vom Basecamp aus an.








Nach dem Frühstück ging es dann recht zügig wieder runter, unsere Guides wollten vor den Menschenmassen loslaufen und so schafften wir es, drei Stunden später, inklusive Pausen, wieder am Startpunkt zu sein. Der Abstieg war teils unglaublich rutschig, und nachdem ich mehrfach fast gefallen bin, habe ich es kurz vorm Ende noch geschafft und bin auf meinem Hintern gelandet. Ich hab versucht, es kurz zusammenzufassen und ich denke, die Bilder sprechen für sich. Würde ich es wieder machen? Vermutlich nicht. Aber nur, weil ich es einmal gemacht habe und nichts daran bereue. Es war spektakulär, einmal reicht mir dann aber auch. Und falls doch: etwas weniger Wasser mitnehmen und einen eigenen, gut gepolsterten Rucksack! Die Wanderstöcke, die ich ausgeliehen habe, waren im übrigen meine Stütze, im wahrsten Sinne des Wortes, auf jeden Fall goldwert für diesen Aufstieg.




Und damit beende ich diesen Blog und meine Zeit in Antigua. Die Zeit in Guatemala ist noch nicht vorbei, ich bin noch etwas weiter durchs Land gereist, dazu dann im dritten und letzten Guatemala Blog mehr. Bis zum nächsten Mal Jasmin





