Perus Berge und Hauptstadt
Naturschönheiten

Perus Berge und Hauptstadt

Mai & Juni 202610 minHuaraz & Lima
J

Jasmin

Travel Bloggerin

Über einen Monat habe ich in Peru verbracht. Ich habe mich auf einige Orte sehr gefreut und von anderen hatte ich vorher gar keine Ahnung. Perus Natur und Aktivitäten sind so unterschiedlich und haben mich überrascht. Hier berichte ich aber erstmal von meiner Anfangszeit in Peru.

Um 20:25 Uhr bin ich in Lima gelandet. Ich ging durch die Migration (es gibt leider keinen Stempel für den Reisepass) und holte meinen Rucksack ab. Dann dachte ich eigentlich, ich müsse mir einen Uber für etwa 55 Soles nehmen. Glücklicherweise fand ich einen Informationsschalter und erfuhr dort, dass ein Bus direkt zu meinem Zielort fährt, für nur 5 Soles. Google Maps hatte mir diese Verbindung leider nicht angezeigt. Vom Flughafen ging es für mich direkt zum Busbahnhof, denn ich hatte einen Nachtbus gebucht. Der Teil Limas, durch den ich mit dem Bus fuhr, sah im Dunkeln etwas gruselig aus und der Verkehr war auch aufregend. Allein in den ersten 10 Minuten der Fahrt sind wir dreimal beinahe in ein anderes Auto gefahren. Außerdem gab es viele Baustellen und die Straße endete plötzlich. Eine Minute vor Abfahrt kam ich bei meinem gebuchten Nachtbus an. Etwa neun Stunden sollte ich Richtung Norden unterwegs sein. Ich habe einen 160°-Sitz gebucht und habe gut geschlafen. Leider kam ich aber fast eine Stunde früher an, als gedacht: um 05:20 Uhr.

Nachtbus nach Huaraz
Nachtbus nach Huaraz

Huaraz

Zu Beginn meiner Reise hätte ich niemals gedacht, hier zu landen. Warum? Weil man in Huaraz eigentlich nichts machen kann, außer wandern! Als ich aber vor ein paar Wochen ein Foto einer Laguna in der Nähe Huaraz’ sah, packte mich der Ehrgeiz und ich wollte es probieren.

Zuerst einmal saß ich aber an der Bushaltestelle. Ich sah eine andere Alleinreisende und sprach sie an. Wir verbrachten die Zeit gemeinsam am Busbahnhof, bis es hell wurde, und gingen dann zusammen in einem leckeren Veggie-Restaurant frühstücken. Auf dem Weg dorthin saßen überall Leute, die Obst und Gemüse verkauften, aber auch reihenweise tote Hühner. Da Huaraz auf 3.050 m Höhe liegt und ich Wanderungen auf bis zu 4.600 m Höhe geplant habe, nahm ich mir die ersten beiden Tage nichts vor, außer meinem Körper die Zeit zu geben, zu akklimatisieren. Ich spazierte nur etwas durch Huaraz und schaute mir die Nachbarschaft an.

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Für den dritten Tag buchte ich dann eine Tour, die nur 30 Minuten Wandern beinhaltete, aber auf 4.200 m Höhe ging. Ich wollte herausfinden, wie mein Körper auf die Höhe reagiert, und mit einem kurzen Aufstieg beginnen. Es ging zu Laguna Parón.

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Während der Fahrt trank ich viel Wasser und ich las, dass es wichtig ist, ganz langsam zu gehen. An der Laguna ging ich 25 Minuten stetig bergauf und ich ließ mir Zeit. Anfangs merkte ich, wie ich außer Atem war und mein Herz sehr schnell schlug. Außerdem merkte ich ganz kurz Schwindel. Ich ging also noch langsamer und es half. Als ich oben ankam, wurde ich mit einem Ausblick auf das türkisblaueste Wasser belohnt, das ich jemals gesehen habe. Zu Beginn war es noch bewölkt und trotzdem strahlte das Wasser. Als dann die Sonne herauskam, war es noch viel leuchtender. Ich genoss den Ausblick und machte Pause, bevor es wieder runter und zur Laguna selbst ging. Dort hätte man Kajak fahren können, aber ich merkte, dass mein Körper doch schon beim Laufen angestrengter war als sonst.

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Da der erste "Wandertag" auf der Höhe erfolgreich war, machte ich am nächsten Tag eine etwas anspruchsvollere Wanderung zur Laguna Churup. Ich wurde begleitet von meiner Bekannten, mit der ich frühstücken war, und Zoe, die ich am Vortag bei der Laguna Parón kennenlernte. Die Wanderung kann man ohne Guide machen, wir fuhren einfach mit einem Colectivo zum Startpunkt. Drei Stunden sollte die Wanderung zur Laguna gehen. Sie ist "nur" 7km lang, durch die Höhe und den stetigen Aufstieg, zählt sie zu einer mittelschweren Wanderung. Zu Beginn ging es viele Stufen hoch und zwischendurch mussten wir klettern. Dafür waren extra Seile befestigt. Kurz vor der Laguna kam der größte Kletterteil, fast 15 Minuten steil bergauf. Der Rückweg ging dort zum Glück nicht runter, aber der Aufstieg in dem Teil hat Spaß gemacht.

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An der Laguna selbst kamen wir schon nach 2 1/2 Stunden an. Sie liegt auf 4.450 m Höhe. Wir aßen hier unser Mittagessen und genossen die Sonne, bevor es für zwei Stunden wieder herunterging. Dafür mussten wir aber erstmal weitere 90 Meter hoch, und dabei merkte ich meinen Kopf ordentlich. Der Weg war teilweise rutschig, und nach einer Weile hörten wir hinter uns einen Schrei und sahen eine Frau mehrere Meter tief fallen. Wir waren schon weiter weg und sahen, dass sie mit einer Gruppe dort war. Sie setzte sich auf, hielt sich aber das Bein. Es ist wirklich erschreckend, wie schnell etwas passieren kann.

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Zurück beim Auto angekommen, mussten wir 45 Minuten auf eine andere warten, die länger als die vereinbarte Zeit gebraucht hat. Müde, aber glücklich, gingen wir was essen und dann zu Bett. Für den 5. Tag habe ich einen weiteren Pausetag eingeplant, bevor an Tag 6 die Wanderung anstand, wegen der ich in die Gegend gekommen bin: Laguna 69.

Hierfür mussten wir einen Guide buchen. Wir sollten zwischen 05:00 und 05:30 Uhr abgeholt werden. Alle vier aus unserem Zimmer machten heute diese Tour. Um 05:20 Uhr wurden wir abgeholt. Wir hielten für Frühstück und waren dann um 09:20 Uhr am Startpunkt. Was bei Touren wie diesen etwas nervig ist, ist der Zeitdruck. So sagte der Guide während der Fahrt, wir seien um 09:10 Uhr da, hätten drei Stunden zum Hochgehen, eine Stunde an der Laguna 69 und dann zwei Stunden zum Heruntergehen. Wenn man länger hoch braucht, hat man weniger Zeit. Wir kamen aber ja alle später an (offensichtlich, da wir alle im Bus saßen und der nicht um 09:10 Uhr, sondern 10 Minuten später ankam), und dann wurden ja noch die Wanderstöcke herausgegeben und eingestellt und noch einmal die Toilette aufgesucht, weil es unterwegs keine gibt. So starteten wir dann erst um 09:30 Uhr. In der ersten Stunde war der Weg recht flach und führte durch ein wunderschönes Tal mit saftig grünen Wiesen und Kühen und im Hintergrund die Berge. Und obwohl es recht flach war, waren wir zu Beginn recht gut außer Puste. Die Wanderung begann auf 3.900m Höhe.

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Dann ging es aber tatsächlich hoch, glücklicherweise in Serpentinen, was es uns leichter machte. Wir kamen vorbei an Ruinen und Wasserfällen, und schon bald hatten wir einen schönen Blick in das Tal, das wir gerade zurückgelassen hatten. Wir sahen einen letzten steilen Teil und waren uns sicher, dass sich dahinter die Laguna befindet. Motiviert wanderten wir weiter und fanden tatsächlich einen kleinen See vor, nur nicht den, zu dem wir wollten. Es sah aus, als wäre in dem Tal hinter dem nächsten kleinen Hügel der tatsächliche See. Wir machten eine kurze Pause und dann sahen wir das Schild: Noch eine Stunde bis zur Laguna 69! Hinter dem Hügel war ein komplettes weiteres Tal und ein sehr viel steilerer Berg, den wir dann am Ende hinaufmussten.

Realitätscheck
Letzter Teil des Aufstiegs hinter dem Tal
Wasserfall
Begegnung unterwegs
Wasserfall
See Nummer 1
Realitätscheck

Die Luft wurde immer dünner, aber nach genau drei Stunden standen wir dann tatsächlich vor diesem wunderschönen blauen Bergsee. Die schneebedeckten Berge, die noch hunderte Meter hinter dem See in die Höhe ragten, ließen uns noch kleiner wirken. Wir aßen unser Mittag auf 4.600 m Höhe und machten ein paar Bilder, als plötzlich jemand einen Fuchs gesichtet hat. Leider habe ich mein größeres Objektiv im Hostel gelassen, aber ich habe ihn trotzdem fotografieren können. Als ich aufstand, um ein Foto zu machen, wurde unsere Gruppe gerufen, um aufzubrechen. Ich ging trotzdem noch, und als ich zurückkam und auf die Uhr schaute, sah ich, dass wir nur 40 Minuten am See hatten. Wir hatten später gestartet, der Guide hat trotzdem nach der alten Zeit gerechnet. Und er blieb da, bis die letzten aus der Gruppe sich auf den Weg machten. Wann immer man stehenblieb, rief er "Vamos Chicas" und man musste weitergehen. Der Teil war super schade, denn ich hätte den See sehr gerne mindestens eine Stunde genossen. So fühlte man sich einfach gehetzt. All die Mühe, um dorthin zu kommen, für nur 40 Minuten am See …

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Zwei Stunden ging es dann wieder runter und drei Stunden im Bus zurück. Die Wanderung war 14km lang und ich kam mit der Höhe besser zurecht, als ich anfangs dachte. Ich war aber auch froh, wieder im Hostel zu sein. Ich bin immer mal wieder am Überlegen gewesen, ob ich wohl die 5-Tages-Wanderung zum Machu Picchu machen kann und möchte (denn dafür liebe ich Wandern einfach nicht genug). Der höchste Teil dieser Wanderung geht auch auf 4.600 m Höhe, der längste Tag ist jedoch 24km lang und dabei hätte ich nicht den Lichtblick, am nächsten Tag entspannen zu können, denn es geht direkt weiter. Nach der Laguna Wanderung war ich mir recht sicher, dass 5 Tage lang wandern nichts für mich ist.

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Am Tag darauf, checkten wir aus dem Hostel aus und drei von uns buchten den gleichen Nachtbus. Den Tag über entspannten wir, ich arbeitete an einem Blogbeitrag, und dann gingen wir zur Busstation. Wir gönnten uns einen kleinen Luxus: einen Sitz, den man auf 180° einstellen konnte und der eine Massagefunktion hatte. Außerdem waren eine Decke für die Fahrt und ein paar Snacks und Tee inklusive. Die wohl angenehmste Nachtbusfahrt, die ich je hatte.

"Luxus-Nachtbus"
"Luxus-Nachtbus"

Lima

Um kurz nach sieben kamen wir an und bestellten uns ein Uber zum Hostel. Dort konnten wir unsere Sachen ablegen, und duschen und trafen die Vierte aus unserem Zimmer in Huaraz wieder. Sie ist schon am Tag davor nach Lima gefahren. Wir gingen gemeinsam frühstücken und spazierten danach 45 Minuten in den Stadtteil Barranco. Der Weg war unglaublich schön, man hatte fast durchgehend Sicht aufs Meer. Es war in Lima auch angenehm warm. Wir bummelten und schauten uns die Gebäude an. Da eine von uns verabredet war, nahmen wir einen Uber zurück zum Hostel. Dort machten wir dann aber nur 30 Minuten Pause und konnten unser Zimmer beziehen. Wir hatten jeweils ein Bett im 8‑Bett-Zimmer gebucht, wir bekamen aber ein privates Zimmer zu dritt, das war eine tolle Überraschung. Dann wollten wir aber einen Lemon-Cake probieren, der uns empfohlen wurde, und so liefen wir wieder 45 Minuten nach Barranco.

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Er war unglaublich lecker, aber auch unglaublich süß. Für meinen Geschmack etwas zu süß, denn danach war mir schlecht. Die anderen wollten sich noch was zu essen holen und dann wieder zurücklaufen, ich nahm mir einen Uber und kochte. Dann schaute ich einen Film und als die anderen zurückkamen, spielten wir Karten und ich verabschiedete mich, denn für eine von uns ging es am nächsten Tag nach Deutschland zurück. Den Tag darauf konnten wir ausschlafen und ich schlief das erste Mal seit Wochen bis nach 9 Uhr! Sonst bin ich immer spätestens um 7 Uhr wach, teilweise noch früher. Wir liefen 15 Minuten zu einem süßen Café und ich hatte ein Sauerteigbrot mit Avocado zum Frühstück. Es war so gutes Brot, das hatte ich viel zu lange nicht. Hier ist das Brot oft echt weich und schmeckt nicht nach viel.

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Zoe und ich verabschiedeten uns von Jacky, die Besuch von zu Hause bekam und mit ihren Freundinnen unterwegs sein würde. Ich sehe sie aber spätestens in Cusco wieder. Für Zoe und mich ging es dann weiter, dazu aber im nächsten Blog mehr.

Meine Zeit in Peru begann langsam, und das gefiel mir sehr gut. Die Natur in Huaraz war unglaublich schön und ich bin froh, den "Umweg" in Kauf genommen zu haben. Und auch, wenn ich in Lima nicht viel gesehen habe, gefielen mir die Stadtteile Barranco und Miraflores sehr gut. Aber es geht ja noch weiter für mich und es gibt hier noch sehr viel mehr zu sehen und zu erleben … Bis zum nächsten Mal Jasmin

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