
Von der Karibik- zur Pazifikküste Panamas
Jasmin
Travel Bloggerin
Land 5 meiner Reise läutet den zweiten Teil meiner Zeit in Mittel- und Südamerika ein. Ich bin in Panama und mehr als die Hälfte des ersten Teils meiner Reise ist um. Seit dem 16. April bin ich nun in Panama und habe bereits einiges sehen und erleben dürfen...
Bocas del Toro
Mit einem Shuttle ging es von Puerto Viejo nach Almirante und von dort mit dem Boot auf die Inselgruppe Bocas del Toro. Auf der Hauptinsel Isla Colón kam ich an, es ging für mich aber auf eine Nebeninsel - nach Bastimentos. Ich habe mich dagegen entschieden, auf der Hauptinsel zu übernachten, da ich gehört habe, dass es dort lauter ist durch Partys, und ich wusste, dass am nächsten Tag eine große Party anstand. Das Schicksal hat sich aber einen kleinen Scherz erlaubt und es fand auf Bastimentos 3 Häuser neben meinem Hostel ein Festival (1 Mal im Jahr) statt, das genau für die Dauer meines Aufenthaltes stattfand. Dementsprechend hatte ich auf dieser Nebeninsel weniger Ruhe. Die Musik war unglaublich laut, bis halb 5 morgens. Ohropax hat da kaum etwas gebracht. Die meiste Zeit des Tages war ich aber sowieso unterwegs.




Am ersten vollen Tag wollte ich eine Bootstour mit einem Belgier machen, den ich in Costa Rica kennengelernt hatte, der nach Bastimentos gezogen ist. Er war super verspätet und so entschieden wir, zu zwei Stränden in der Nähe zu laufen und nach roten Fröschen Ausschau zu halten. Auf dem Weg zum ersten Strand, dem Wizard Beach, hielt uns dann die Polizei an und sagte uns, wir sollten nur bis zum ersten Strand gehen, da zwischen den beiden Stränden Überfälle stattfinden und sie nicht wissen, ob sie bewaffnet sind. Also ging es nur zum Wizard Beach. Der war wirklich schön. Schwimmen ist aber nicht empfohlen, da die Strömung stark ist. Ich ging kurz zwei Meter rein, um mich abzukühlen, und konnte die Strömung schon fühlen. Es ging also schnell wieder raus.




Der zweite Strand wäre der Red-Frog-Beach gewesen. Wenn man hinläuft, zahlt man keinen Eintritt, ansonsten kommt man nur mit dem Boot und Eintritt hin. Der Strand wurde dann aber verschoben. Wir trafen unterwegs ein älteres Pärchen, das sich uns anschloss, und nachmittags fuhren wir mit meinem "Guide" für den Tag zu einem Schnorchelspot. Dort sah ich viele Fische, einige sehr große, und Korallen. Dann ging es zurück zum Essen, denn ich hatte noch eine Tour für den Abend gebucht.





Die Tour war eines der magischsten Dinge, die ich je gemacht habe. Im Ordner meines Hostels las ich am Tag zuvor, dass diese Tour nur zu Neumond stattfindet. Ich googelte schnell, wann der nächste Neumond ist, und er war tatsächlich am nächsten Tag. An besagtem Tag ging ich dann gemeinsam mit dem Pärchen, mit dem ich schon schnorcheln war, und einer weiteren Person aus dem Hostel auf die Suche nach Biolumineszenz. Das Plankton soll bei Bewegung leuchten. Wir fuhren 10-15 Minuten, dann kamen wir an einem dunklen Spot an. Der Guide leuchtete ins Wasser und nachdem er die Taschenlampe ausschaltete, leuchtete Plankton hundertfach im Wasser. Das alleine war schon spektakulär. Es ging für uns aber auch noch ins Wasser und da wurde es noch viel magischer. Wir schnorchelten und ich tauchte und überall um mich herum schwebte leuchtendes Plankton, wie schwebende Lichter. Zusätzlich leuchtete das Wasser, das ich beim Schwimmen aufwirbelte. Mir fällt keine bessere Beschreibung ein als „Sternenstaub“. Ich weiß, es klingt unglaublich kitschig, aber die Beschreibung trifft es am besten. Während also der "Sternenstaub" aus meinen Händen kam, war es beim Tauchen so, als würde ich in der Avatar-Welt sein und zwischen Sternen schwimmen. Ich konnte es in keinem Foto festhalten, jemand aus der Gruppe hat es aber etwas einfangen können. In echt war es aber natürlich noch sehr viel schöner.

Am Samstag ging es dann auf eine Tour zu den Cayos Zapatilla. Auf dem Weg dorthin hielten wir im Dolphin Bay. Es waren bereits mehrere andere Boote da und zum Glück entschied sich unser Guide, woandershin zufahren. Ich bin kein Fan davon, wenn mehrere Boote den Delfinen hinterherjagen, sobald sie gesichtet werden. Am nächsten Spot waren nur zwei andere Boote und wir jagten sie glücklicherweise weniger. So viel besser war das Gefühl ehrlicherweise aber nicht. Dann ging es aber endlich weiter zur Insel Zapatilla. Früher wurden hier laut Guide Palmen gezüchtet, heute sind es geschützte Inseln, da hier für vier Meeresschildkrötenarten wichtige Nistplätze sind.














Wir hatten hier Freizeit und ich ging baden und schnorcheln und genoss das kristallklare Wasser. Es gab ein Obstbuffet, bevor es zum Mittagessen ging. Auf der Insel, auf der es Mittagessen gab, entdeckten wir einen Ara. Von dort fuhren wir nochmal zum Schnorcheln. Ich habe noch nie so kräftig gefärbte Korallen gesehen. In leuchtendem Rot, Lila, Orange, Gelb und Grün. Wir fuhren weiter zu einem Spot, an dem einige Seesterne waren, und schauten uns diese vom Boot aus an. Am Ende fuhren wir noch einen Inselabschnitt ab, auf der Suche nach einem Faultier. Tatsächlich sichteten wir eins im Baum und konnten es vom Boot aus beobachten.










Am Sonntag wechselte ich dann das Hostel und zog auf die Hauptinsel, um eine Nacht ohne laute Musik zu schlafen. Von dort aus nahm ich dann ein Boot zum Red Frog Beach. Ich war etwa eine Stunde spazieren und auf der Suche nach roten Fröschen. Ich hörte sie, sah aber leider keinen. Die restliche Zeit verbrachte ich damit, zu baden und zu lesen. Der Strand ist unglaublich schön, wie fast alle Strände, an denen ich dort war. Ich bin mir sicher, dass ein großes Tier vor mir im Wasser schwamm. Ich hatte leider keine Taucherbrille, aber ich sah einen großen Schatten vorbeiziehen. In den Wellen sah ich Fische schwimmen, als würden sie in den Wellen spielen.







Boquete
Am nächsten Morgen ging es für mich weiter nach Boquete. Hier hatte ich drei Nächte gebucht. Boquete ist bekannt für mehrere Wanderungen durch den Nebelwald. Und durch das Verschwinden von zwei Frauen aus den Niederlanden im Jahr 2014. Darüber wusste ich vor meinem Besuch allerdings kaum etwas. Ich unternahm insgesamt drei Wanderungen. Die erste Wanderung war der "El Pianista" Track. Hierfür sollte man auf jeden Fall vorher die Map herunterladen. In unserer Gruppe hat das niemand gemacht, da wir im Hostel gebucht haben und davon ausgingen, einen Guide zu haben. Wir waren 13 Personen und haben uns mehrfach fast verlaufen (obwohl eine trotz des schlechten Internets noch eine Map gedownloadet hat, die Map war nur etwas verwirrend). Es war auf jeden Fall ein Abenteuer. Wir schafften es zum Aussichtspunkt und weiter als da sollte man auch nicht gehen. Es geht dort tiefer in den Dschungel und dort sind die Frauen damals verschwunden. Der Aufstieg war teils steil, der Weg an manchen Stellen super schmal. Die Gruppe hat den Aufstieg aber auf jeden Fall nicht langweilig werden lassen.









Am nächsten Tag standen gleich zwei Wanderungen an. Wir entschieden uns, mit der anstrengenderen zu starten. Diesmal machten wir sie auf eigene Faust und wir waren zum Teil Leute aus der Wanderung vom Vortag und auch ein paar, die wir am Abend zuvor noch kennengelernthatten. Wir starteten also mit dem "Los tres cascades Trail". Drei Wasserfälle liefen wir ab. Bevor es aber überhaupt zum Ticketkaufen ging, mussten wir unglaublich viele unebene Stufen hoch. Nach der Wanderung am Vortag hat das gar nicht mal so viel Spaß gemacht. Danach war es weiterhin anstrengend, wurde aber etwas leichter mit der Zeit. Die Schönheit der Wasserfälle hat sich meiner Meinung nach mit jedem Wasserfall gesteigert. Von Wasserfall zwei zu drei mussten wir eher klettern als wandern. Dafür waren Seile an den Steinen befestigt. Das hat viel Spaß gemacht. Wir ließen uns super viel Zeit und genossen jeden Wasserfall, indem wir dort Pause machten.











Bevor es dann von dort zu Fuß etwa 1,5 km zum Start der nächsten Wanderung ging, entdeckten wir am Ein- und Ausgang des Wasserfall-Tracks Kolibris. Ich schnappte mir meine Kamera und bewunderte diese wunderschönen, bunten und flinken Vögel.


Nun ging es zur letzten Wanderung hier: dem "Pipeline-Trail". Er ist so benannt, weil man den kompletten Weg von einer Pipeline begleitet wird, die neben dem Weg entlangläuft. Wenn man Glück hat, kann man hier einen Quetzal sichten (den Nationalvogel Guatemalas). Anfangs wurden wir von Regen begleitet. Der Weg ging gemächlich hoch und wir waren von hohen Bäumen und teils dichtem Grün umgeben. Etwa auf halber Strecke steht ein Baum, der über tausend Jahre alt ist (schätzungsweise 1400 Jahre). Dementsprechend riesig ist er. Wir gingen weiter, bis zum Schild, dass man nicht weitergehen darf, da der Trail gefährlich ist. Hier am Ende war ein kleiner Wasserfall. Während der gesamten Strecke hielten wir Ausschau und auf dem Rückweg setzten wir uns und warteten geduldig, ob sich ein Quetzal zeigt oder in den Bäumen sitzt. Leider hatten wir kein Glück.



Ich entschied mich, eine Nacht länger zu bleiben und einen Tag Pause zu machen. Ich genoss die Zeit sehr, es regnete und ich hatte ein kleines Zimmer für mich. Ich konnte im Bett liegen und lesen, während draußen der Regen gegen das Fenster prasselte. Boquete war generell etwas kühler, was sehr angenehm war. Ich hatte das erste Mal seit vielen Wochen eine richtige Bettdecke und nicht nur ein dünnes Laken zum zudecken. Am Abend nahm ich mit einer Freundin an der Trivia Night Teil. Wir fanden schnell Anschluss und somit eine Gruppe zum teilnehmen. Wir hatten am Ende genau so viele Punkte, wie ein aderes Team und so gab es ein Stechen, das wir verloren. Wir holten also den zweiten Platz und hatten jede Menge Spaß.






Santa Catalina
Zu meinem letzten Ziel in diesem Blog ging es dann am nächsten Morgen mit dem Shuttle um 8 Uhr. Die Strecke mit den Öffis hätte mich etwa 8 Stunden und drei Umstiege gekostet. Da war der Direktshuttle, mit 4–5 Stunden Fahrt auf jeden Fall das Geld wert. Es ging nach Santa Catalina, einem kleinen Ort an der Pazifikküste. Er ist bekannt fürs Surfen und fürs Tauchen und Schnorcheln. Für letzteres war ich hier. Ich buchte meine Tour in den Coiba-Nationalpark mit meinem Hostel und am nächsten Tag ging es los. Der Nationalpark ist auf der UNESCO-Welterbe-Liste. Die Tour war eine der teuersten, die ich bis dahin gemacht habe, aber jeden Cent wert. Wir hielten an drei Schnorchelstopps und zwei Inseln (eine zum Mittagessen und eine zum Schwimmen). Beim ersten Schnorchelspot sah ich Fische und dann auch mehrere Schildkröten. Das war schon ein unglaublicher Start. Ich muss aber dazu sagen, dass dort auch unglaublich viele kleine Quallen waren. Es hat immer wieder ordentlich gestochen und später im Boot sah ich viele kleine rote Punkte, die erst ein paar Tage später verschwanden. Der Blick auf die Schildkröten hat mich den Schmerz aber ein wenig vergessen lassen. Beim zweiten Spot sah ich dann das erste Mal Haie. Weißspitzen-Riffhaie, um genau zu sein. Viele Meter unter uns schwammen sie oder lagen auf dem Grund.










Nach dem Mittag fuhren wir an einer kleinen Insel vorbei, auf der sich gerade ein Krokodil sonnte. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich danach beim nächsten Schnorchelspot kein mulmiges Gefühl hatte. Der Guide versicherte mir aber, dass es dort keine Krokodile gibt. Am Ende der Tour ging es dann noch an einen Strand zum Entspannen und Baden. Unsere Brillen und Schnorchel gaben wir schon ab. Es gab Ananas und plötzlich entdeckte jemand einen Hai. Ich ging zu den anderen und rechnete mit einem weiteren Riffhai. Ich bekam die Taucherbrille von einem Guide und wollte ihn mir anschauen. Ein paar Meter entfernt lag dann jedoch ein mindestens zwei Meter großer und recht breiter Ammenhai. Die Haut glitzerte leicht und er lag ganz entspannt dort. Kaum 10 Meter entfernt vom Strand. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Das war wohl mein bisheriges Highlight meiner Zeit hier in Panama.









Und damit beende ich diesen Blog. Panama ist bisher bereits mein teuerstes Land auf dieser Reise, ich erlebe hier jedoch auch ein Highlight nach dem anderen. Drei weitere Orte erwarten mich noch, bevor es für mich ins nächste Land geht. Dazu dann aber im nächsten Blog mehr. Bis zum nächsten Mal Jasmin













